Der Markt Zell a. Main, 5 km unterhalb Würzburgs am Main gelegen, wird erstmals 1128 anlässlich der Gründung des Prämonstratenser-Klosters Oberzell urkundlich erwähnt.
Bereits damals war Zell schon ein Pfarrdorf. Um 1260 wurde das ebenfalls in Oberzell untergebrachte Frauenkloster nach Unterzell verlegt. Beide Klöster erwarben im Laufe der Zeit großen Besitz und Ansehen, obwohl sie, hauptsächlich im Bauernkrieg und im Schwedenkrieg, großen Schaden erlitten. Trotzdem war „Zell in der Gassen“ von 1170 bis 1623 ohne eigene Pfarrkirche und der Pfarrei Hettstadt zugeteilt. Erst Julius Echter ließ im Zuge der Gegenreformation eine neue Pfarrkirche erbauen und auf seine Initiative hin wurde das verwaiste und verfallene Kloster Unterzell wieder errichtet.
In Oberzell wurde unter Abt Oswald Loschert im 18. Jahrhundert ebenfalls ein Neubau nach den Plänen Balthasar Neumanns errichtet. 1749 wurde die Subpriorin von Unterzell, Renata Singer, als Hexe hingerichtet und verbrannt. Dies war einer der letzten Hexenprozesse in Deutschland. Das Jahr 1803 brachte die Aufhebung beider Klöster. Unterzell ging in die Hände verschiedener Besitzer, darunter begüterte Juden (Judenhof!) über. Oberzell wurde 1817 von Friedrich Koenig, dem Erfinder der Schnellpresse, erworben. Dieser richtete darin mit seinem Freund Andreas Bauer die erste Schnellpressenfabrik der Welt ein. 1901 erfolgte die Verlegung auf das rechte Mainufer. Die leer stehenden Gebäude erwarben nun die „Zeller Schwestern“, eine Kongregation, die 1855 von Antonie Werr in Oberzell gegründet worden war.
1833 erhielt Zell das Marktrecht; 1860 wurde Ober-, Unter- und Mittelzell zu einer politischen Gemeinde vereinigt. 1898 verkaufte Zell seine reichen Quellen an die Stadt Würzburg. 1902/03 wurde eine Mainbrücke erbaut und 1928/29 eine neue Pfarrkirche, nachdem die alte 1906 abgebrannt war. Der zweite Weltkrieg brachte große Zerstörungen durch Brand und Sprengbomben, wobei die ehemaligen Klostergebäude in Unterzell restlos ausbrannten und viele andere Häuser zerstört oder beschädigt wurden. Die Zeller Brücke wurde durch deutsche Truppen gesprengt. Nach dem Krieg wurde Unterzell sowie die Brücke (1951) wieder aufgebaut. Ein Wohnblock, eine neue Schule, ein neuer Kindergarten und neue Siedlungen entstanden. 1968 konnte die dringend notwendige Umgehungsstraße dem Verkehr übergeben werden. 1978 wurde die neue Maintalhalle ihrer Bestimmung übergeben.
Zur Verbesserung der Infrastruktur trug das in den Jahren 1980 bis 1987 neu geschaffene Gemeindezentrum bei, in dem u.a. das neue Rathaus, Feuerwehrgerätehaus sowie Arztpraxen, Apotheke, Gaststätte und ein Einkaufsmarkt errichtet wurden. Während sich das bebaute Ortsgebiet in früheren Zeiten als schmaler Streifen am Main entlang zog, wuchs die Gemeinde seit dem Krieg durch die Erschließung der Baugebiete am Scheckert, Küsterberg und Eli die Hänge des Flusstales hinauf und vergrößerte sich so stetig. Heute ist Zell mit seinen etwa 4.300 Einwohnern eine moderne Gemeinde, die durch vielfältige Angebote für ihre Bürger, wie auch durch die Nähe zur Stadt Würzburg attraktiv ist.
Aus der Verleihungsurkunde des Bayerischen Innenministeriums vom 29.06.1950 ergibt sich folgende Beschreibung des Zeller Wappens:
„In Silber wachsend der hl. Laurentius
in blauer Tunika mit goldenem Nimbus
in der Rechten die grüne Siegespalme
in der Linken den blauen Rost haltend.“
Das Wort „Wappen“ stellt die niederdeutsche Sprachform des Wortes „Waffen“ dar. Es tauchte erstmals im 12. Jahrhundert in der speziellen Bedeutung von „Waffenzeichen“ auf. Die ersten Wappen sind Zeichen mit Fernwirkung, die auf Schild, Helmen, Rüstungen, farbigen Bannern und Pferdedecken angebracht wurden.
Als umfassende Kulturerscheinung verbreitete sich das Wappenwesen sehr schnell über die Kreise des Adels hinaus, und schon im 15. Jahrhundert lassen sich sehr viele bürgerliche Wappen nachweisen.
Im Auftrag der politischen Marktgemeinde betreut das Partnerschaftskomitee die Beziehungen zu Dozulé, unserer französischen Partnergemeinde.
Dozulé liegt in der Normandie, genauer gesagt im Département Calvados, etwa 25 km von Caen, der Partnerstadt von Würzburg, entfernt. Die Partnerschaft besteht offiziell seit 1993, da nämlich wurden die Urkunden – einmal in Zell und einmal in Dozulé – unterzeichnet und feierlich ausgetauscht. Im Jahr 2013 feierten wir mit einem umfangreichen Festprogramm das 20-jährige Bestehen. 2018 fuhr eine Gruppe Zeller*innen über das verlängerte Himmelfahrtswochenende in die Normandie, um dort das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern. 2023 begrüßte der Verein seine Gäste aus Dozulé und feierte mit ihnen gemeinsam 30 Jahre Partnerschaft.
Das Partnerschaftskomitee ist ein loser Zusammenschluss von knapp 20 frankophilen Zeller Bürgerinnen und Bürgern, die sich etwa alle vier Wochen in einem Zeller Gasthaus treffen, um in lockerer Gesprächsrunde über Frankreich und das Neueste aus Dozulé zu sprechen. Vor allem dienen die Zusammenkünfte dazu, die Treffen mit unseren französischen Freunden (im Wechsel ein Jahr in Zell und im anderen Jahr in Dozulé) vorzubereiten.
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