Markt Zell am Main

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Informationen zum ehemaligen Kloster Unterzell

Das den Heiligen Maria und Caecilia geweihte Kloster wurde von Hermann von Lobdeburg, Bischof von Würzburg, durch Verlegung des dem Kloster Oberzell angegliederten Frauenkonvents gegründet.

1525 plünderten aufständische Bauern das Kloster, es kam 1562 unter Verwaltung des Würzburger Fürstbischofs. 1642 entstand der Konvent neu. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Die Kirche wurde profaniert und als Ziegenstall genutzt. Der Hochaltar und zwei Seitenaltäre kamen nach Oberdürrbach. 1945 brannte die gesamte Anlage nieder, die Kirche ist seitdem eine Ruine. Die Klostergebäude wurden zu Wohnungen umgebaut.

Weitere Informationen zum ehemaligen Kloster Unterzell finden Sie auf der Homepage des Reiseführers des Prämonstratenser-Orden.

Das ehemalige Unterzeller Frauenkloster ist sehenswert, obwohl es im Zweiten Weltkrieg zertört wurde und die Gebäude ausbrannten.

Erhalten blieb die Türfassung des Klausurgebäudes (Judenhof 5) in schöner "Echter-Gotik".

Ein Blick in den schönen Garten der ehemaligen Klosterkirche - die heutige evangelische Versöhnungskirche - lässt noch die alten Bögen des ehemaligen Kreuzgangs der Unterzeller Nonnen erahnen.

Kapitelsaal und ehemalige Küche

Im ehemaligen Konventhof der Nonnen, dem heutigen Klosterhof, entstanden 2020 auf einer Fläche von 3.000 Quadratmeter moderne Wohnungen mit ganz besonderem Charme. Für die Marktgemeinde bestand 2018 die Möglichkeit, einen Miteigentumsanteil am Klosterhof 20 zu erwerben. Es handelte sich um den Kapitelsaal/Refektorium und die ehemalige Küche des 1803 säkularisierten Unterzeller Frauenklosters. Diese Räume sind laut Stellungnahme des Oberkonservators Hans-Christof Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege der kunsthistorisch bedeutendste Bereich der gesamten Klosteranlage Unterzell. Die bei der Sanierung entdeckten, dann freigelegten Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert sind neben dem originalen Stuck aus der Echterzeit, der ca. 400 Jahre alten, bemalten Eingangstüre aus Holz, den Klosterhofsteinplatten im Vorplatz der Räume und dem alten Küchenbereich mit Kaminführung und Lehmbackofenbefund jetzt sichtbare und für die Öffentlichkeit gesicherte historische Details der geschichtsträchtigen Vergangenheit des Ortes. Der Kapitelsaal mit den verwendeten neuen und alten Baumaterialien vereint nach der Sanierung behutsam und durchdacht Vergangenheit und Gegenwart und lässt erahnen, wie der Raum ca. 1614 aussah, als er wahrscheinlich den Nonnen unter anderem als Speisesaal gedient hat. Die große Herdstelle, der Lehmbackofen und die Wasserführung fast gleich daneben weisen auf diese Nutzung hin. Mit Übernahme der Räumlichkeiten eröffnen sich der Marktgemeinde vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Eines ist jetzt schon klar, der Markt Zell a. Main hat mit dem Erwerb des sanierten Objekts die Chance genutzt, die kulturhistorische Bedeutung des Zeller Klosterhofs für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und zu bewahren.